Beckenendlage

Bis zum Ende des 8. Schwangerschaftsmonats haben die meisten Kinder ihre endgültige Lage in der Gebärmutter eingenommen. Die Beckenendlage gehört nicht, wie zum Beispiel die Querlage, zu den geburtsunmöglichen Lagen, die einen Kaiserschnitt erforderlich machen. Dennoch kann die vaginale Geburt aus Beckenendlage nicht in jedem Fall uneingeschränkt empfohlen werden. In einigen Fällen kann es vorteilhaft sein, eine äußere Wendung in Betracht zu ziehen oder einen Kaiserschnitt durchzuführen.

Gern überlegen wir mit Ihnen gemeinsam, welcher Geburtsmodus für Sie und Ihr Kind der Beste ist.

Im Rahmen unserer Beckenendlagen-Sprechstunde oder der Schwangerenvorsorge können wir ab der 35. Schwangerschaftswoche ein ausführliches Aufklärungsgespräch führen.

Einen Film über eine äußere Wendung finden Sie unter diesem Öffnet externen Link im aktuellen FensterLink.

Mehrlinge

Mehrlinge sind zwei oder mehr Kinder, die sich innerhalb einer  Schwangerschaft entwickeln. Bei Zwillingen wird zwischen eineiigen (monozygoten) und zweieiigen (dizygoten) Zwillingen unterschieden.

Bei Mehrlingsschwangerschaften mit eineiigen (= monozygoten) Zwillingen entstehen abhängig vom Zeitpunkt der Teilung des Embryblasten vier Formen, wie sich die Zwillinge Plazenta und Fruchtblase teilen:

Die dichorial-diamniote Zwillingsschwangerschaft ist mit etwa 70 von 100 Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen die mit Abstand häufigste Form. Jeder Zwilling verfügt über einen eigenen Mutterkuchen (Plazenta) und eine eigene Fruchthöhle.

Eine monochorial-diamniote Zwillingsschwangerschaft kommt bei ca. 30 % eineiigen Zwillingsschwangerschaften vor. Die Zwillinge teilen sich einen Mutterkuchen (Plazenta) aber jedes Kind hat eine eigene Fruchthöhle.

Die monochorial-monoamniote Zwillingsschwangerschaft kommt bei ca. 1 von 100 Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen vor. Hier teilen sich die Zwillinge eine Plazenta und eine Fruchthöhle.

Höhergradige Mehrlinge entstehen auf natürliche Weise, wenn es nach der Zwillingsbildung nochmals zu einer Teilung kommt, bzw. mehrere Eier befruchtet werden.

Die Häufigkeit natürlicher Mehrlingsschwangerschaften lässt sich nach der Hellin-Hypothese (auch Hellin-Regel) als Potenz der Häufigkeit von Zwillingsgeburten errechnen, wobei der Exponent die Anzahl der Kinder minus Eins ist (Zwillinge 1:85, Drillinge: 1:85², usw.). Im Zeitalter der Reproduktionsmedizin ist die Häufigkeit erhöht.

Eine Mehrlingsschwangerschaft stellt für die Mutter und die Kinder eine Risikoschwangerschaft dar. Unter anderem kommt es gehäuft zum Auftreten einer Hyperemesis gravidarum (Schwangerschaftserbrechen) sowie im dritten Schwangerschaftsdrittel zum Auftreten von Gestosen (z.B. Präeklampsie, Schwangerschftshypertonus  oder HELLP-Syndrom). Außerdem ist die Frühgeburtlichkeit erhöht.

Aufgrund dieser Risiken ist eine intensivere Überwachung der Schwangerschaft nötig.

Im Rahmen unserer Mehrlingssprechstunde wird in regelmäßigen Abständen (ca. 2-4 Wochen) das Wachstum ihrer Kinder durch Ultraschalluntersuchungen überprüft. Zum anderen beurteilen wir das Wohlbefinden Ihrer Kinder durch dopplersonografische Untersuchungen (Ultraschall) und kardiotokografische Überwachung (CTG). Die Häufigkeit dieser Untersuchungen wird immer individuell angepasst. Die Betreuung erfolgt üblicherweise im Wechsel mit ihrer niedergelassenen Frauenärztin bzw. ihrem niedergelassenen Frauenarzt.

Kontakt

Charité, Campus Charité Mitte

Frau  PD Dr. med. Anke Thomas
Herr OA Larry Hinkson, MBBSMRCOG

Die Sprechstunde findet montags statt.
Geburtshilfliche Ambulanz, Hochhaus, Ebene 2.
Terminvereinbarung:
Montag bis Donnerstag 08:00 bis 15:00, t: +49 30 450 564 197

Charité, Campus Virchow Klinikum

Geburtshilfliche Ambulanz, Mittelallee 9, Ebene 0.
Terminvereinbarung:
Montag bis Freitag 08:00 bis 15:30, t: +49 30 450 564 048 oder +49 30 450 564 230