Kaiserschnittentbindung (Sectio caesarea)

Die Kaiserschnittentbindung wird primär (geplant) oder sekundär (nicht geplant, sich aus der Geburt heraus ergebend) durchgeführt. Die Gesamtzahl primärer und sekundärer Sectiones ergibt die Gesamt-Sectiorate, die derzeit in Deutschland bei etwa 30% liegt.

Eine starke Zunahme der elektiven Sectiorate ohne eigentliche medizinische Indikation („Wunschsectio“) ist bisher ausgeblieben. Die spontane Geburt wird von den meisten Müttern als existenzielles Ereignis von lebenslanger Bedeutung und als eine Quelle von Zufriedenheit und Stolz angesehen und deshalb gewünscht.

Gründe für einen Kaiserschnitt

Absolute Gründe zur Sectio (z.B. Placenta praevia oder zephalopelvines Missverhältnis) sind selten. Fast alle Indikationen sind relativ, und es ist möglich, dass ein und dieselbe Indikation bei der einen Schwangeren zum Entschluss zur Sectio und bei der anderen zur vaginalen Geburt führt. Im klinischen Alltag werden etwa 75% der Sectiones aus einem der folgenden 3 Gründe durchgeführt:

  • vorhergehende Sectio
  • Geburtsstillstand in der Eröffnungsperiode
  • Stark verzögerte Geburt und Gefahr einer Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff

Weitere relative und absolute Indikationen zur Sectio ergeben sich aus der individuellen geburtshilflichen Vorgeschichte der Patientin sowie aus Befunden während der Schwangerschaft oder unter der Geburt. Prinzipiell wird ein Kaiserschnitt immer dann empfohlen, wenn die Risiken der Spontangeburt für Mutter und/oder Kind größer sind als die Risiken der Sectio. Diese Abwägung ist bisweilen schwierig, da die Risiken der beiden Entbindungsarten nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Die persönliche Einstellung der Schwangeren hat bei uns einen entscheidenden Einfluss auf den Geburtsmodus.

Aufklärung

Vor der Operation muss die Patientin über Nutzen und Risiken des Eingriffs aufgeklärt und ihr Einverständnis eingeholt werden. Bei der Aufklärung ist nicht nur die Unterschrift auf dem Aufklärungsbogen wichtig, sondern auch eine verstandene und mitgetragene Entscheidung der Schwangeren („informed consent“). Das Ausmaß der Aufklärung richtet sich nach der Dringlichkeit des Eingriffs und ist deshalb bei elektiven Eingriffen ausführlich, während es bei Notfalleingriffen auf das Notwendigste beschränkt wird.

Operationsablauf

Zur Schmerzausschaltung wird außer bei Notfalleingriffen oder seltenen speziellen Indikationen eine Peridural- oder eine Spinalanästhesie oder eine Kombination beider Methoden durchgeführt. Bei der Operation sind Sie somit wach aber schmerzfrei. Ihr Partner oder eine andere Begleitperson Ihres Vertrauens können Sie in den Operationssaal begleiten. Sie bekommen Ihr Neugeborenes direkt nach der Geburt und einer kurzen Untersuchung durch die Kinderärztin noch bevor die Operation ganz abgeschlossen ist.

1994 wurde eine neue Operationstechnik vorgestellt, die im deutschsprachigen Raum v.a. unter dem Namen „Misgav-Ladach-Sectio“ oder „sanfte Sectio“ bekannt wurde. Diese Technik weist eine geringere Häufigkeit von Komplikationen bei der Mutter auf und die Operationszeit ist erheblich kürzer (zwischen 15 und 25 Minuten) als bei der klassischen Technik.

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