Ernährungsberatung für Schwangere mit Gestationsdiabetes (GDM) in der Klinik für Geburtsmedizin

Ganz allgemein, auch für gesunde Schwangere gilt:

Eine gesunde und ausgewogene Mischkost hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit der werdenden Mutter und damit auch auf die des heranwachsenden Kindes. Während in der ersten Hälfte der Schwangerschaft der tägliche Energiebedarf nicht erhöht ist, werden während der zweiten Hälfte täglich nur ca. 200 - 300 kcal zusätzlich benötigt, das entspricht etwa einer Scheibe Brot mit Käse. Schwangerschaft bedeutet also auf keinen Fall, für zwei essen zu müssen! Sich gut ernährt zu wissen, steigert das Wohlbefinden.

Was geschieht, wenn bei Ihnen ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, abgekürzt: GDM) festgestellt wurde?

Die Erkrankung Gestationsdiabetes kann man behandeln, vorausgesetzt, sie wurde diagnostiziert. Die Therapie des Gestationsdiabetes steht auf drei Pfeilern:

  • 1. Ernährungsoptimierung
  • 2. Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte
  • 3. körperliche Bewegung

Ernährungsoptimierung

Am Beginn der Therapie steht die Ernährungsoptimierung. Ernährungsoptimierung heißt nicht, dass eine spezielle Diät eingehalten werden muss – es geht um das, was und wie wir eigentlich alle essen sollten.

Frauen mit bereits vor der Schwangerschaft bestehendem Diabetes (Typ 1 oder Typ 2) brauchen allerdings immer eine konkrete, an den Diabetes und die Schwangerschaft angepasste Diät.

In vielen Fällen können beim Schwangerschaftsdiabetes durch einen gezielten Austausch einiger nicht so gut geeigneter Nahrungsmittel gegen günstigere Lebensmittel die Blutglukosewerte schon deutlich verbessert werden. Es wird eine gesunde und ausgewogene Mischkost angestrebt, dabei gilt als Merkhilfe: Die Lebensmittelauswahl auf dem Teller sollte möglichst bunt gemischt aussehen.

Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist die richtige Kombination der Hauptnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate besonders wichtig. Für Sie ist es wichtig zu lernen, welche Lebensmittel Ihren Blutzuckerspiegel ansteigen lassen und welche nicht. Sie erhalten bei uns eine individuelle Beratung über die bedarfsgerechte Ernährung in der Schwangerschaft mit adäquater Kalorienmenge und Zusammensetzung.

In den meisten Fällen kann mit Hilfe der Ernährungsoptimierung eine Blutzuckeroptimierung erreicht werden. Kann durch Ernährungsoptimierung und Bewegung keine ausreichende Einstellung der Blutzuckerwerte erzielt werden, so muss die Therapie mit Insulin erweitert werden. Ziel ist es, rasche Blutzuckeranstiege zu vermeiden. Blutzuckerspitzen können vermieden werden, indem:

  • Kohlenhydrate in Form von ballaststoffreichen Stärkeprodukten aufgenommen werden, wie z.B. Vollkornbrot, -nudeln, -reis
  • die Mahlzeiten über den Tag verteilt werden (besser 5-6 kleinere als 2 große Mahlzeiten)
  • die Mahlzeiten mit einem knackigen Salat ergänzt werden
  • genügend Gemüse aufgenommen wird
  • beim Verzehr von Obst auf Weintrauben, Bananen, Wassermelonen und getrocknete Früchte weitgehend verzichtet wird (Grundregel: 2 Handvoll Obst am Tag)
  • eine günstige Getränkeauswahl getroffen wird: Wasser, Tee, fettarme Milch, Saftschorlen
  • die kleinen Knabbereien zwischendurch durch Gemüseteller ersetzt werden
  • auf Mais und Maisprodukte (wie Popcorn, Cornflakes) verzichtet wird

Weitere Ernährungstipps erhalten Sie bei uns in der Klinik.

Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte

Ziel ist das Erreichen eines Nüchternblutzuckerwertes von 60 - 90 mg/dl, eines Blutzuckerwertes eine Stunde nach dem Essen von < 140 mg/dl und zwei Stunden nach dem Essen von < 120 mg/dl.

Die Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte geschieht mit einem Handmessgerät, welches wir Ihnen zur Verfügung stellen. Sie werden in die Bedienung des Gerätes ausführlich eingewiesen. Die Blutzuckerwerte werden vor den drei Hauptmahlzeiten und eine Stunde nach Beginn der Mahlzeiten gemessen und dokumentiert (Blutzuckertagesprofil, BZTP: 6 – 7 Werte pro Tag). 

Körperliche Bewegung

Durch körperliche Aktivität, soweit es die Schwangerschaft zulässt, wird der Blutzuckerspiegel gesenkt und damit die Therapie des Gestationsdiabetes sehr gut unterstützt. Deshalb ist es günstig, sich nach den Mahlzeiten zu bewegen, z. B. in Form ausgedehnter Spaziergänge.

Eine animierte Öffnet externen Link im aktuellen FensterLebensmittelpyramide finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Kontakt

Wir beraten Sie gern individuell bei uns oder vermitteln Ihnen eine Beratung im Stoffwechselzentrum unserer Klinik.

Das Team der Ernährungsberatung in der Klinik für Geburtsmedizin:

Frau Petra Weid, MTLA, Diabetesassistentin DDG, Ernährungsberaterin
Frau Karen Schellong, MTLA, Dipl.- Ernährungswissenschaftlerin

Sprechstunde:
Dienstag bis Donnerstag nach Vereinbarung im Rahmen der Diabetessprechstunde.

Terminvereinbarung:
Charité, Campus Virchow Klinikum

Geburtshilfliche Ambulanz, Mittelallee 9, Ebene 0.
Montag bis Freitag 08:00 bis 15:30, t: +49 30 450 564 048 oder +49 30 450 564 230