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Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Aus aktuellem Anlass hier eine wichtige Information zur Toxoplasmose in der Schwangerschaft.

Leider ist mittlerweile auch die Lieferung von Sulfadiazin aus dem Ausland offenbar nicht mehr möglich. Gemäß RKI-Empfehlung kann Sulfadiazin in der 3-fach-Kombination auch durch das Antibiotikum Clindamycin ersetzt werden.

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Toxoplasmosemedikament nicht lieferbar

Das in der Kombinationsbehandlung der Toxoplasmose eingesetzte Sulfadiazin ist seit Dezember 2017 bis voraussichtlich Juli 2021 (Stand der Herstellerinformation: 7.10.2020) nicht mehr lieferbar. Als Alternative kommt laut BfArm die weitere Behandlung mit Rovamycine in Frage. Diese Behandlung ersetzt dann die komplette Kombinationsbehandlung und nicht nur das Sulfadiazin! Damit entspricht es der in Deutschland üblichen Medikation in der Frühschwangerschaft, die allerdings durch eine mindestens 4-wöchige Kombinjationsbehandlung ergänzt werden sollte.

Eventuell ist es auch möglich Sulfadiazin aus dem Ausland, z. B.  aus Frankreich oder Spanien zu beziehen. Auf der Verpackung des "Adiazine@" (aus Frankreich) klebt ein Aufkleber auf dem vor der Anwendung dieses Medikamentes in der Schwangerschaft gewarnt wird. Dies triff auf die alleinige Anwendung und die Anwendung in der Frühschwangerschaft zu, für die Kombinationsbehandlung der Toxoplasmose unter Verwendung von Folinsäure gilt dies jedoch so nicht.

Wegen des anhaltenden Lieferenpasses wenden wir entsprechend den RKI- und CDC-Empfehlungen im Moment auch die Kombination aus Pyrimethamin, Calciumfolinat/Leukovorin und 1,8 g (3 * 600 mg) Clindamycin pro Tag an. Eine weitere Alternative stellt die feste Kombination aus Trimethoprim und Sulfamethoxazol (Cotrim forte, also 160 mg TMP plus 800 mg SMX), ebenfalls in Kombination mit Folinsäure dar.

Zu allen Alternativtherapien gibt es allerdings leider keine ausreichenden Studien zur Effektivität.