QUWACS-Studie

Im Jahr 2017 wurde die QUWACS-Studie an der Charité gestartet. QUWACS steht für „Quantifying Uterine Wound Healing after Cesarean Section“ (dt.: „Studie zur Quantifizierung der Gebärmutterwundheilung nach Kaiserschnitt“). Dabei handelt es sich um eine randomisierte, prospektive Studie der Abteilung für 'Experimentelle Geburtsmedizin' der Charité - Universitätsmedizin Berlin, die sich mit der Heilung der Gebärmutterwand nach einem oder mehreren vorangegangenen Kaiserschnitten befasst. 

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Hintergrund

Die Kaiserschnittrate in Deutschland liegt in den letzten Jahren bei über 30%. Die Ursachen hierfür sind  vielfältig. Vor allem aufgrund des Risikos einer Ruptur der Uterusnarbe bei nachfolgender Geburt mit einer Prävalenz von 0,5-1% scheuen Schwangere den vaginalen Entbindungsversuch und Geburtsmediziner empfehlen oft einen erneuten Kaiserschnitt (Re-Sectio). Die fulminante Uterusruptur stellt einen medizinischen Notfall für Mutter und Kind dar. Sie geht mit einer hohen neonatalen Morbidität aufgrund des Risikos einer hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie bei niedrigen umbilikalen pH-Werten unter 7,0 und einer neonatalen Mortalität von bis zu 1,8% einher. Des Weiteren ist ein Kaiserschnitt in der Folgeschwangerschaft mit erhöhten Operationskomplikationen durch Verwachsungen und Verletzungen von Nachbarorganen und einem erhöhten Risiko von Plazentaimplantationsstörungen (Plazenta increta/percreta) assoziiert.

Bislang ist weitgehend unklar, welche molekularen bzw. zellulären Faktoren die Narbenheilung der Gebärmutter beeinflussen und durch welche Maßnahmen sich die Stabilität der Narbe verbessern lässt, um das Risiko einer Uterusruptur zu senken. Weltweit steigen sowohl die Kaiserschnittrate als auch die Rate lebensbedrohlicher Uterusrupturen an. Daher besteht dringender Handlungsbedarf, die Ursachen einer schlechten Wundheilung der Gebärmutter zu ergründen und mögliche Präventionsstrategien sowie Therapien der Uterusnarbendehiszenz zu erarbeiten. Damit soll das Risiko einer Uterusruptur für Mutter und Kind gesenkt und die Sicherheit bei vaginalen Geburten nach Kaiserschnitt in Zukunft erhöht werden.

Studieninhalt

Im Rahmen der Studie sollen verschiedene Parameter untersucht werden, die in den Ausheilungsprozess  der Kaiserschnittnarbe involviert sind. Diese Parameter können dann in Folgestudien dazu dienen, den Einfluss von Interventionen im Sinne einer besseren Wundheilung zu beurteilen. Um die genannten Fragestellungen beantworten zu können, haben wir im Rahmen von Kaiserschnitten in unserer Klinik Gewebeproben von Kaiserschnittnarben der Gebärmutter gesammelt, um diese mit dem unvernarbten Gewebe von schwangeren und nichtschwangeren Frauen zu vergleichen, welches ebenfalls im Rahmen von Kaiserschnitten oder (im Falle der nichtschwangeren Studienteilnehmerinnen) bei Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien) aufgrund gutartiger Erkrankungen gesammelt wurde.

Bei der experimentellen Untersuchung der Gewebeproben verwenden wir derzeit folgende Methoden:
• Histologie
• Immunhistochemie
• Molekularbiologie (RTQ-PCR, Westen Blot)
• Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (Kooperation mit Dr. Fasting, Freie Universität Berlin)
• Weitere Methoden wie biomechanische Messungen, Proteomanalyse und Transmissionselektronenmikroskopie werden derzeit im Rahmen von Kooperationen mit anderen wissenschaftlichen Partnern etabliert