Die Diagnose einer intrauterinen Wachstumsrestriktion (IUGR) löst oft Aufregung und Sorge aus. Wir erklären Ihnen in unserer Sprechstunde die Zusammenhänge und betreuen Sie im weiteren Schwangerschaftsverlauf.

Die Sprechstunde für intrauterine Wachstumsrestriktion der Klinik für Geburtsmedizin ist eine Spezialsprechstunde für Schwangere bei denen eine kindliche Entwicklungsstörung vorliegt.

Meist wird der Verdacht auf diese Erkrankungen von Ihrer betreuenden Frauenärztin / Frauenarzt gestellt, der Sie dann zu uns überweißt. Die normale Schwangerschaftsvorsorge wird weiter bei ihr / ihm erfolgen, ergänzt durch unsere Sprechstunde.

Feten bzw. Neugeborene deren Körpergewicht nicht ihrer Schwangerschaftswoche entspricht werden als „ small for gestational age“ (SGA) bezeichnet.

SGA ist nicht gleichbedeutend mit einer krankhaften Entwicklungsstörung, sondern kann auch konstitutionell (Größe der Eltern) bedingt sein. Dies ist in ungefähr der Hälfte der SGA-Feten der Fall. Diese Kinder sind kaum durch perinatale Komplikationen gefährdet.

Der Begriff „intrauterine Wachstumsrestriktion“ bedeutet, dass Feten ihr genetisches Wachstumspotenzial im Uterus nicht erreicht haben. Diese Kinder sind häufiger durch perinatale Komplikationen gefährdet.

Man unterscheidet unterschiedliche Formen der intrauterinen Wachstumsrestriktion:

  • Symmetrische Form der IUGR: Gleichförmige Beeinträchtigung von Längenwachstum, Kopfumfang und Körpergewicht
  • Asymmetrische Form der IUGR: Ungleichförmige Beeinträchtigung von Längenwachstum, Kopfumfang und Körpergewicht

Intrauterine Wachstumsrestriktion: Vorkommen, Ursachen und Folgen

Die intrauterine Wachstumsrestriktion betrifft etwa 4-8% aller Schwangerschaften.

Die Ursache für eine intrauterine Wachstumsrestriktion ist nicht immer eindeutig. Meist liegen unterschiedliche Risikofaktoren vor, die das kindliche Wachstum beeinflussen und damit für die Entwicklungsstörung verantwortlich sind.

Zu den Hauptrisiken zählen die Plazentadysfunktion (Störung des Mutterkuchens) und Chromosomenanomalien wie Trisomie 13, 18, 21.

SGA-Kinder haben ein erhöhtes Risiko für einen intrauterinen Fruchttod, Frühgeburt sowie perinatale Morbidität (Erkrankungen).

Bei 80% der reif geborenen  SGA Kindern (<36 SSW) ist die körperliche Entwicklung durch ein Aufholwachstum innerhalb der ersten 1-2 Jahre gekennzeichnet.

Allerdings haben SGA-Kinder ein erhöhtes Risiko für eine verminderte Körpergröße im Erwachsenenalter.

Therapie

Eine spezifische Therapie der intrauterinen Wachstumsrestriktion steht derzeit nicht zur Verfügung.

Die Therapie beschränkt sich auf die Behandlung von mütterlichen Erkrankungen, mütterlicher Schonung  und die Verminderung von psychischem und physischem Stress, sowie der Überwachung der Schwangerschaft.

Überwachung der Schwangerschaft

Aufgrund der intrauterinen Wachstumsrestriktion wird eine intensivere Überwachung der Schwangerschaft nötig.

Zum einen wird in regelmäßigen Abständen (10-14 Tage) das Wachstum ihres Kindes durch Ultraschalluntersuchungen gemessen. Zum anderen beurteilen wir das Wohlbefinden ihres Kindes durch dopplersonografische Untersuchungen (Ultraschall) und kardiotokografische Überwachung (CTG). Die Häufigkeit dieser Untersuchungen wird immer individuell angepasst. Nach Möglichkeit versuchen wir es, eine ambulante Betreuung anzubieten. Manchmal kann aber auch eine stationäre Überwachung notwendig werden.

Geburt bei intrauteriner Wachstumsrestriktion

Bei Wohlbefinden von Mutter und Fetus kann eine spontane Entbindung angestrebt werden, sonst ist die Entbindung per Kaiserschnitt notwendig.

Vorgehen nach der Geburt

Die Geburt ist für die meisten Mütter kein Problem und Sie werden dann auf unserer Perinatalstation betreut.

Ihr Kind wird von unseren Neonatologen versorgt, die je nach Ausprägung der Wachstumsrestriktion und Befinden Ihres Kindes über eine stationäre Aufnahme entscheiden. Nach Möglichkeit versuchen wir Mutter und Kind nicht zu trennen.

Wir  bieten Ihnen auf unserer Perinatalstation auch ein Behandlungs-Rooming-In an.

Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Schwangerschaft.

Kontakt

Charité, Campus Charité Mitte

Geburtshilfliche Ambulanz, Hochhaus, Ebene 2.

Terminvereinbarung:
Montag bis Donnerstag 08:00 bis 15:00, t: +49 30 450 564 197

Charité, Campus Virchow Klinikum
Herr PD Dr. Stefan Verlohren

Sprechstunde:
Freitag 08:00 bis 15:00 Uhr

Geburtshilfliche Ambulanz, Mittelallee 9, Ebene 0.
Terminvereinbarung:
Montag bis Freitag 08:00 bis 15:30, t: +49 30 450 564 048 oder +49 30 450 564 230