Fragen und Antworten zur Schwangerschaft

Die Ernährung

Ihre Ernährung wirkt sich direkt auf Ihr ungeborenes Kind aus. Wir wissen heute, dass die Zeit, in der sich Ihr Kind in Ihnen entwickelt, Folgen für das ganze Leben des Kindes haben kann. Gute und ausgewogene Ernährung der Mutter erlauben einen optimalen Start ins Leben; einseitige Ernährung, Rauchen und Alkohol dagegen können nachteilige Folgen für Ihr Kind haben. Die Volkskrankheiten Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herz- und Kreislauferkrankungen werden mit ungünstigen Verhältnissen im Mutterleib in Zusammenhang gebracht. Diese Zusammenhänge werden mit dem wissenschaftlichen Begriff „fetale Programmierung“ umschrieben.

Wieviel darf ich in der Schwangerschaft essen?

Sie müssen in der Schwangerschaft nicht für zwei Personen essen. Wenn Sie sich bereits vor der Schwangerschaft ausgewogen ernährt haben, dann gelten folgende Grundregeln:

  • Trinken Sie jeden Tag mindestens 2 Liter. Sie können Mineralwasser, Leitungswasser, verdünnte Fruchtsäfte, Milch, Früchtetee trinken. Wenn Sie Lust auf ein Süßgetränk oder alkoholfreies Bier haben, dann ist dies auch möglich; Sie sollten mit diesen Getränken allerdings nicht die Hauptmenge an Flüssigkeit zu sich nehmen. Ein bis zwei Tassen Kaffee oder 3-4 Tassen Schwarztee am Tag können den Kreislauf anregen.
  • Essen Sie 3 Mahlzeiten und zwischendurch kleine Snacks. Dies kann ein Joghurt, eine Banane, ein Apfel oder ein Stück Hartkäse sein. Ihr Kind und Ihr eigener Körper ist damit gleichmäßiger mit Nährstoffen versorgt.
  • Frühstück ist wichtig. Ideal ist das Bircher Müsli, da es Vitamine, Ballaststoffe und Eiweiß enthält und lange vorhält. Am Abend empfehlen wir leicht verdauliches Essen, nicht zu scharf angebratenes und nicht zu stark gewürztes Essen, da ansonsten Sodbrennen auftreten kann.
  • Die durchschnittliche Gewichtszunahme in der Schwangerschaft beträgt 13 kg. Einige Frauen nehmen lediglich 8 kg zu, andere bis 19 kg und mehr.
  • Während der Schwangerschaft sollten Sie nicht hungern.

Was soll ich essen?

Sie ernähren sich und Ihr ungeborenes Kind gesund, wenn Sie sich nach der „Ernährungspyramide“ (ein Öffnet externen Link im aktuellen Fensterdrehbares Modell finden Sie auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) ernähren. Diese sagt aus, dass die

  • Hauptnahrung aus Vollkornbrot und Müsli in Kombination mit Obst, Salat und Getreideprodukten bestehen sollte.
  • Daneben sind Milchprodukte (Milch, Quark, Joghurt, Käse) oder mageres Fleisch wichtige Eiweißlieferanten.
  • Fisch sollte ein- oder zweimal in der Woche gegessen werden, da dieser die wichtigen Omega-3-Fettsäuren enthält.
  • Dagegen sind Süßigkeiten, Süßgetränke, Fett, Weißbrot zum Genießen erlaubt, sollten aber nur in kleinen Mengen konsumiert werden.
  • Bei ausgewogener Ernährung nehmen Sie in der Regel alle Mikronährstoffe in ausreichender Menge zu sich. Lediglich Folsäure sollte allein oder als Teil eines Multivitaminpräparates bereits in der Planungsphase der Schwangerschaft und dann bis zur 12. Schwangerschaftswoche eingenommen werden. Damit kann die Häufigkeit einiger Fehlbildungen des Kindes (z.B. offener Rücken, Spina bifida) vermindert werden. Eisen ist wichtig für die Blutbildung des Kindes und kann durch Salat, grünes Gemüse, Fleisch und Fisch in ausreichender Menge aufgenommen werden. Kalzium ist für die Knochenbildung des Kindes notwendig und findet sich in allen Milchprodukten, aber auch in kalziumreichen Mineralwässern. Um einem Jodmangel vorzubeugen, verwenden Sie Jodsalz und essen ein bis zweimal in der Woche Fisch. Dieser hat, vor allem als Meeresfisch, zudem reichlich Omega-3-Fettsäuren, die für die Entwicklung des kindlichen Gehirns wichtig sind.

Meist helfen die drei Grundregeln: viel trinken, tägliche Bewegung an der frischen Luft und reichlich pflanzliche Kost, die Ballaststoffe enthält. Auch ein bis zwei Löffel Leinsamen oder Magnesium oder ein bis zwei Trockenpflaumen können helfen.

Was soll ich nicht essen?

  • In der Schwangerschaft sind Abmagerungskuren tabu, da sie nachteilige Folgen für Sie und Ihr Kind haben.
  • Essen Sie kein rohes Fleisch (z.B. Tartar), kein ungewaschenes Gemüse und verzichten Sie auf nichtpasteurisierte Milch. Infektionen wie Listeriose oder Toxoplasmose könnten sonst auftreten, die Ihr ungeborenes Kind gefährden.
  • Wenn Sie sich ovo-lakto-vegetarisch ernähren, dann besteht kein Risiko. Sollten Sie aber vegan essen, kann ein Vitaminmangel und Calciummangel auftreten.
  • Sie sollten Alkohol, Nikotin und Drogen konsequent in der Schwangerschaft vermeiden.
  • Wenige Tassen Kaffee oder Schwarztee in der Schwangerschaft sind erlaubt; größere Mengen sollten Sie dagegen vermeiden, da das Kind Koffein nur schwer wieder abbauen kann.

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Sport in der Schwangerschaft

Welche Sportarten sind in der Schwangerschaft möglich, und worauf sollte man verzichten?

Sport hält Sie fit und ist in der komplikationsfreien Schwangerschaft sehr zu empfehlen. Dabei sollten Sie aber von Sport an der Belastungsgrenze (z.B. Wettkampfsport, Marathon), Sport mit großer Sturzgefahr (z.B. Alpin-Skifahren), Sport mit erhöhter Verletzungsgefahr (z.B. Handball) oder hohen Balanceanforderungen (z.B. Klettern) Abstand nehmen.  Zu empfehlen sind Wandern, Walken, Jogging, Radfahren auf dem Hometrainer oder an der frischen Luft, Schwimmen, Gymnastik, Yoga, Tanzen, Ski-Wandern und Skilanglauf sowie Aquagymnastik. Schwimmen in Schwimmbädern oder in Seen ist ideal als Sportart, da es die Gelenke wenig belastet und alle Muskeln beansprucht. Infektionen durch Schwimmen sind nicht zu erwarten.

Tipps für Sport und Aktivität in der Schwangerschaft:

  • Ihr Puls sollte bei Sport in der Schwangerschaft nicht dauerhaft über 130 pro Minute liegen. Sie können sich einfach nach der Regel „Strengen Sie sich nie so an, dass gleichzeitiges Sprechen unmöglich ist" richten.
  • Saunen ist auch in der Schwangerschaft möglich. Da Schwangere aber häufiger Kreislaufbeschwerden haben, sollten Sie auf drastische Abkühlungen verzichten und die Saunagänge auf maximal 10 Minuten begrenzen.
  • Ideale Sportarten sind Aerobic, Schwimmen, Wandern und Radfahren. Jogging ist bei Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft gejoggt haben, günstig. Auf sehr gutes Schuhwerk, Sport-BH und weichen Untergrund sollte geachtet werden.
  • Ungünstig sind Aufenthalte im warmen Whirlpool, in dem mehrere Menschen eng zusammensitzen (Infektionsgefahr), Radfahren im dichten Straßenverkehr, alle Sportarten mit großer Anstrengung oder hoher Sturzgefahr. Auch Krafttraining ist in der Schwangerschaft nicht ideal, da starke Druckerhöhungen im Bauchraum zu einer Frühgeburt führen können.

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Reisen in der Schwangerschaft

Darf ich eine Flugreise antreten?

Fliegen ist in Europa als Reisemethode für Schwangere häufig weniger belastend als eine lange Auto- oder Bahnfahrt. Flugreisen nach 32 Schwangerschaftswochen sind nicht mehr bei allen Fluglinien möglich. Erkundigen Sie sich deshalb vor der Buchung einer Flugreise, ob der Rückflug bei dieser Fluglinie noch möglich ist. Buchen Sie Flugreisen in der Schwangerschaft immer mit einer Rücktrittversicherung, da Sie bei drohender Frühgeburt oder anderen Schwangerschaftskomplikationen nicht mehr fliegen dürfen. Lassen Sie sich vor Antritt der Flugreise von Ihrem Arzt bestätigen, dass bei Ihnen keine Frühgeburtsbestrebungen oder andere Risiken bestehen. Wir empfehlen, dass Sie bei Flugreisen gut sitzende Kompressionsstrümpfe der Klasse 2 tragen, viel trinken und im Flugzeug immer wieder umhergehen, falls dies möglich ist.

Tipps für Reisen in der Schwangerschaft

  • Schnallen Sie sich beim Autofahren auch in der Schwangerschaft an. Schwangere sind von der Gurtpflicht nicht ausgenommen. Tatsächlich hat der Gurt eindeutig mehr Nutzen als Gefahr und ist im Straßenverkehr der „Lebensretter Nummer 1“. Sie sollten dabei den Gurt nicht zu locker anlegen und den Beckengurt unter dem ausladenden Bauch befestigen. Sitz aufrecht stellen.
  • Auch der Airbag hat in der Schwangerschaft Vorteile für Sie und sollte keinesfalls deaktiviert werden.
  • Auf Flaschentauchen sollten Sie in der Schwangerschaft verzichten.
  • Wanderungen, die an die Belastungsgrenze gehen, sind nicht zu empfehlen. Ein längerer Aufenthalt ohne Akklimatisation über 2500 m Höhe ist ebenso nicht zu empfehlen.
  • Von Flugreisen in Entwicklungsländer, sehr heiße und exotische Länder mit schlechter medizinischer Versorgung raten wir in der Schwangerschaft generell ab.
  • Falls Sie eine Reise in ein Land mit problematischer ärztlicher Versorgung nicht aufschieben können, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt eine Reiseapotheke zusammenstellen: Mittel gegen Fieber, Durchfall und Allergien können nach ärztlicher Beratung auch in der Schwangerschaft eingenommen werden.
  • Wenn Sie es sich aussuchen können, ist die Mitte der Schwangerschaft von der 12. bis zur 24. Schwangersschaftswoche günstiger für Reisen als spätere oder die ganz frühen Schwangerschafszeitpunkte.
  • Meiden Sie große Hitze, lange Sonnenbäder, meiden Sie rohe Lebensmittel, Speiseeis, bereits beim Verkauf geschältes Obst, Eiswürfel und Leitungswasser.
  • Sicherheitsschleusen auf Flughäfen sind Magnetfelddetektoren und für Sie und Ihr ungeborenes Kind ungefährlich.
  • Sonnen im Solarium und Sonnenbäder sind für Ihr ungeborenes Kind nicht gefährlich. Allerdings kann es bei manchen Schwangeren zu einer störenden Pigmentierung im Bauch-, Brust und Gesichtsbereich kommen. Zudem kann es in Rückenlage bei manchen Schwangeren zu unangenehmen Beschwerden kommen. Bei Sonnenbädern sollten Sie deshalb einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden.

Körperpflege in der Schwangerschaft

  • Hautpflege: Viele Schwangere haben eher eine trockene Haut, vor allem bei häufigem Duschen. In diesem Fall ist die Rückfettung mit einer Lipolotion oder mit Mandelölcreme hilfreich.
  • Schwangerschaftsstreifen am Bauch, Po und Busen sind nicht immer vermeidbar, da eine vererbbare Neigung eine große Rolle spielt. Die regelmäßige Rückfettung der Haut mit Mandelölcreme und eine sanfte Massage mit Zupfen der Haut hat aber einen günstigen Einfluss.
  • Falls Sie bereits vor der Schwangerschaft unter Krampfadern leiden, können sich diese in der Schwangerschaft verstärken. Eine sehr effektive Vorbeugung ist das konsequente Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse 2, die Ihnen Ihr Frauenärzt/ärztin verschreiben kann.
  • Sie können sich täglich baden, wenn Sie dies mögen. Auf sehr langes Baden vor allem bei sehr hoher Temperatur sollte verzichtet werden. Sie sollten nach dem Bad Ihre Haut rückfetten.
  • Im Intimbereich sollten Sie sich nur mit warmem Wasser reinigen. Viele Schwangere leiden auch unter einer Anschwellung der Blutgefäße im Afterbereich, die sich nach der Geburt meist wieder zurückbilden. In der Schwangerschaft können aber Juckreiz und Schmerzen auftreten, die mit regelmäßigem Abduschen und Trocknen lassen, sowie Rückfettung am besten behandelt werden.
  • Haarefärben kann zur Aufnahme von geringen Mengen an chemischen Substanzen in den Körper führen. Es gibt aber keine Untersuchung, dass Haarefärben und Haarpflegemittel zu einer Schädigung von Mutter und Kind führen. Dementsprechend empfehlen wir in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft auf pflanzliche Färbemittel auszuweichen und auf eine Dauerwelle zu verzichten.
  • Zahnpflege in der Schwangerschaft ist wichtig. Während der Schwangerschaft sind die Zähne durch häufige Mahlzeiten für Karies und das Zahnfleisch aufgrund einer Schwellung für Entzündungen besonders anfällig. Wir empfehlen eine gründliche Zahnreinigung zweimal am Tag oder noch besser nach jeder Mahlzeit (nach Früchten frühestens nach 30 Minuten). Falls Sie Amalgamfüllungen haben, sollten diese in der Schwangerschaft nur entfernt werden, wenn es einen ärztlichen Grund dafür gibt. Amalgam enthält Quecksilber, das vor allem dann freigesetzt wird, wenn alte Amalgamplomben entfernt werden.
  • Massagen in der Schwangerschaft sind günstig, um den häufigen Verspannungen der Wirbelsäulenmuskulatur vorzubeugen. Zupfmassagen erhalten die Haut elastisch und können Schwangerschaftsstreifen vorbeugen.

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Wohlbefinden in der Schwangerschaft

Schlaf: Die meisten Schwangeren verspüren eine vermehrte Müdigkeit und Veränderungen der Schlafqualität. Diese Müdigkeit ist nicht bedingt durch zu wenig erholsamen Schlaf oder Überanstrengung, sondern ist Folge der hormonellen Umstellung und lässt sich auch durch längeres Schlafen nur teilweise beeinflussen. Zudem ist der Schlaf in der Schwangerschaft durch Toilettengänge, aber auch durch häufigeres Aufwachen wegen der ungewohnten Schlaflage oder anderer Schwangerschaftsbeschwerden unruhiger.

Die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln in der Schwangerschaft kann für das ungeborene Kind schädlich sein.  Hilfreich sind jedoch einige Ratschläge, die den Schlaf verbessern können:

  • Trinken Sie abends keinen Schwarztee, Kaffee und keine koffeinhaltigen Getränke (z.B. Coca-Cola).
  • Nehmen Sie abends keine schweren Mahlzeiten zu sich.
  • Sorgen Sie für einen geregelten Schlaf.
  • Wählen Sie vor dem Einschlafen eine Beschäftigung, die das Einschlafen erleichtert (z.B. Lesen).
  • Nehmen Sie in hartnäckigen Fällen natürliche Mittel wie Baldriantropfen oder Schlaftees (z.B. Melissentee).

Arzneimittel: Fast alle Medikamente gehen über die Plazenta auch zum ungeborenen Kind. Einige Medikamente können zu Fehlbildungen des Kindes führen oder auch eine Fehlgeburt auslösen. Es gibt aber eine ganze Liste von Medikamenten, deren Einnahme nach allem medizinischen Wissen keine nachteiligen Auswirkungen auf das Kind haben und die sogar in der Schwangerschaft eingenommen werden sollten, um einen Schaden für das ungeborene Kind abzuwenden. Dies gilt beispielsweise für Medikamente gegen Diabetes mellitus oder bei erhöhter Blutgerinnungsneigung des Mutter.  Sie sollten aber keine Eigenmedikation durchführen, sondern alle Medikamente grundsätzlich nur in Absprache mit Ihrer Frauenärztin oder Frauenarzt einnehmen.

Drogen: Alle Drogen schädigen auch das Ungeborene. Sie sollten Hilfe von spezialisierten Frauenärzten annehmen, z. B. in der Geburtshilflichen Ambulanz der Klinik für Geburtsmedizin der Charité. Unter Umständen ist eine Entzugsbehandlung in der Schwangerschaft nicht der beste Weg, sondern eine Ersatztherapie unter ärztlicher Aufsicht.

Nikotin und Alkohol

In der Schwangerschaft sollten Sie auf Nikotin und Alkohol vollständig verzichten. Raucherinnen haben eine höhere Frühgeburtenrate und die Kinder ein geringes Geburtsgewicht sowie nach der Geburt ein höheres Risiko für Atemstörungen und Infektionen. Alkohol kann zur Alkoholfetopathie mit Intelligenzverminderung und Verhaltenauffälligkeiten (weitere Informationen über das fetale Alkoholsyndrom finden Sie auf der Seite des Öffnet externen Link im aktuellen FensterFASD-Zentrums der Charité) führen. Diese gravierende Folge kann bei exzessivem Alkoholkonsum auftreten. Ob auch geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft schädlich sind, ist unklar. Durch einen vollständigen Alkoholverzicht können Sie hier auf Nummer Sicher gehen. Sie können aber auch sicher sein, dass Sie bei geringem Alkoholkonsum in der Frühestschwangerschaft, noch bevor Sie wußten, dass Sie schwanger sind, keine Schädigung des ungeborenen Kindes ausgelöst haben.

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Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Bei Kopfschmerzen lautet die erste Frage immer: Habe ich genügend getrunken? Allgemeine Maßnahmen wie Trinken, Liegen in etwas abgedunkelter, stressfreier Umgebung können oft den Kopfschmerz lindern. Bei Kopfschmerzen, die nicht verschwinden, insbesondere in der Spätschwangerschaft, melden Sie sich unverzüglich.

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Sexualität

Aus medizinischer Sicht gilt Sex in der Schwangerschaft als unbedenklich. Selbst kurz vor Geburt bestehen keine Einschränkungen. Wenn die Gebärmutter wehenbereit ist, können nach dem Samenerguss gelegentlich Wehen auftreten, weil im Sperma Wehen auslösende Substanzen vorhanden sind. Diese sind jedoch so schwach, dass sie vor 37 Schwangerschaftswochen nach den vorliegenden Erfahrungen keine Frühgeburt auslösen können.

Es gibt nur wenige Situationen, in denen aus ärztlicher Sicht zur Abstinenz geraten wird:

  • bei vaginalen Blutungen und Blasensprung
  • wenn eine vorzeitige Eröffnung des Muttermundes festgestellt wird
  • bei vorzeitigen Wehen (Frühgeburtsbestrebungen)
  • bei einer Plazenta (Mutterkuchen), die vor dem inneren Muttermund liegt
  • nach wiederholten Aborten und Frühgeburten
  • nach Operationen am Gebärmutterhals

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Sodbrennen

Da die Muskeln der Speiseröhre in der Schwangerschaft den Magen nicht mehr vollständig verschliessen, kann Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen und dort dieses unangenehme Brennen verursachen. Zur Vorbeugung sollte man sich deshalb nach dem Essen nicht hinlegen, nicht zuviel auf einmal essen und magensäure-anregende Nahrungsmittel wie Kaffee, Alkohol und Nikotin meiden. Bei Magenbrennen kann versucht werden, die Magensäure durch ein Glas Milch zu verdünnen. Bei Weiterbestehen der Beschwerden können in Rücksprache mit Ihrer Frauenärztin/-arzt Antazida (Medikamente, die die Magensäure verdünnen) eingesetzt werden.

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Morgendliche Übelkeit

Morgendliche Übelkeit und Erbrechen treten vor allem in der Frühschwangerschaft auf. Es wird geschätzt, dass bis zu 80% der Schwangeren irgendwann in der Schwangerschaft mit Übelkeit zu tun haben. Die genaue Ursache ist unklar, wahrscheinlich spielen Schwangerschaftshormone eine Rolle. Wir empfehlen Ihnen, eine halbe Stunde vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu essen. Häufige kleine Mahlzeiten sind weniger belastend. Trinken Sie reichlich, eher zwischen als zu den Mahlzeiten! Nehmen Sie bei häufigem Erbrechen Kontakt auf mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Hunger in der Schwangerschaft

Fast unstillbarer Heißhunger kann insbesondere zwischen dem 4. und 7. Schwangerschaftsmonat auftreten und zu wahllosem Essen verleiten. In diesen Fällen sollten Sie versuchen, vorsorglich bereits vor dem Auftreten des stärksten Hungergefühls eine kleine Mahlzeit zu sich zu nehmen.